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Pyramiden auf Teneriffa – kein Zufall, sondern Kultur

Thor Heyerdahl entdeckte Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts diese Sensation – die Stufenpyramiden der Kanaren – und bewahrte sie vor der Zerstörung. Bestand vielleicht ein Kulturaustausch der kanarischen Ureinwohner, der Guanchen, mit den Völkern jenseits des Atlantiks, ist es eine Zufluchtsstätte für die Überlebenden von Atlantis oder sind die Pyramiden doch nur, wie Jahrhundertelang geglaubt, recht kunstvoll angelegte Terrassen?

Das Pyramidenfeld auf Teneriffa.

Auf Teneriffa findet der Besucher die Anlage, die stufenförmig angelegt und aus sechs terrassenförmigen Pyramiden besteht. Der Tempelbezirk ist in der Stadt Güimar, etwa zwanzig Minuten mit dem Pkw vom Flughafen entfernt, zu besichtigen. Die Stufenpyramiden wurden von Thor Heyerdahl entdeckt und von einem Archäologenteam freigelegt. Leider fand das archäologische Wunderwerk keine große Resonanz in der Medienwelt.

In unmittelbarer Nähe zu den Pyramiden gibt es seit 1992 das dazugehörige Museum. Thor Heyerdahl hat es, mit finanzieller Hilfe des Reeders Fred Olsen aus Norwegen, eröffnet. Heyerdahl erlange Beachtung, weil er mit historischen Booten versuchte, den Atlantik und auch den Pazifik zu überqueren. Das gelang ihm und seinem Team nach mehreren Anläufen. So wollte er beweisen, dass es den Ureinwohnern der Kanaren auch schon vor Jahrhunderten gelungen sein konnte, die Weltmeere zu besegeln und dass so ein Kulturaustauch stattgefunden haben kann. Das Ergebnis solcher Austausche könnten die Pyramiden von Güimar sein, so glaubte Thor Heyerdahl. Des Weiteren war er der Meinung, dass es eine Verbindung zwischen den Pyramiden von Ägypten, Südamerika und Teneriffa gibt.

Im Museum können Sie die Nachbauten der historischen Boote, mit denen Heyerdahl seine Meeresüberquerungen versuchte, anschauen. Außerdem sollten Sie im Museum verschiedene auf der Anlage gefundene Gegenstände und Skulpturen bewundern.

Ein Rundweg führt Sie dann durch die beeindruckenden Pyramiden, lesen Sie die erklärenden Schilder, lassen Sie die Atmosphäre auf sich wirken und bestaunen Sie das Werk der unbekannten Erbauer. Da zu glauben, dass diese Gebäude ein bloßer Zufall sein sollen, fällt schwer.
Auch die mächtige Bergkette, die sie sehen, wenn Sie sich mit dem Rücke zum Meer stellen, ist imposant.

Zufall oder genaue Berechnung beim Bau der Pyramiden von Güimar

Die Rechtecke, die für den Bau der Pyramiden Verwendung fanden, wurden aus Blöcken des Lavastromes gefertigt. Das allein ist schon ein Indiz, dass es nicht von Bauern erbaute Terrassen sind. Denn die Bauern verwendeten für ihre Pflanzterrassen Steine, die sie in der Nähe fanden. Die Steine der Pyramiden wurden aber über weite Strecken herangeschafft und kunstvoll verwendet.
Die gesamte Anlage befindet sich auf einer künstlichen Hochebene. Jeder Stein wurde mit der bearbeiteten, glatten Seite nach außen gelegt. Alle bedeutenden Ecksteine besitzen die gleiche Form. Das Trägerwerk ist bearbeitet, um perfekt mit dem Mauerwerk zusammen zupassen.
Der Hauptkomplex ist so ausgerichtet, dass die Plattformen bei der Tagundnachtgleiche gen Sonnenuntergang weisen. Wollten die Erbauer diese exakte und besondere Ausrichtung nutzen, um auf den abgeflachten Pyramiden zu beten und andere Riten zu vollziehen?

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Es stellt sich die spannende Frage nach den Bauherren der imposanten Anlage
– Waren es die Guanchen?

Lange bevor die kanarischen Inseln besiedelt und von der spanischen Eroberung eingenommen wurden, waren sie die Heimat der Guanchen, der kanarischen Ureinwohner. Zwanzig mumifizierte Guanchenkönige wurden 1995 in einer Gruft entdeckt. Durch die spanischen Einwanderer Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Volk der Guanchen dezimiert. Niemand kann genau sagen, wo die ursprüngliche Heimat der Guanchen war. Etliche Hypothesen beschäftigen sich mit flüchtigen römischen Sklaven, Inselnomaden aus Afrika, semitische Schiffbrüchige oder Überlebende der sagenumwobenen untergegangenen Insel Atlantis.
Die Tendenz deutet aber auf das Volk der Berber hin. Nachgewiesen ist, dass die Kopfform der Guanchen eine große Ähnlichkeit mit dem Volk der Basken aufweist.
Wenn sie mehr über die Guanchen und ihre Kultur erfahren möchte, sollte das Museo de la Naturaleza y el Hombre in der Hauptstadt Teneriffas, Santa Cruz, besuchen. Hier sind etliche gut erhaltene Mumien und auch viele Schädel ausgestellt.

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